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Reinhold Wetterfrosch

Glossar

Meteorologische Eckdaten — kurz erklärt, mit konkreten Beispielen und Hinweisen, wie die Werte in dieser App berechnet werden.

Messgrößen

  • Tagesmittel (TL)

    Der Mittelwert der Lufttemperatur über einen ganzen Tag. Er liegt zwischen dem Tagesminimum und dem Tagesmaximum und beschreibt den Tag als eine einzelne Zahl, die Tag und Nacht zusammenfasst.

    Beispiel

    Ein Tag mit −3 °C in der Früh und +13 °C am Nachmittag kann ein Tagesmittel von rund +5 °C haben — die Nacht zieht den Schnitt nach unten.

    Auch: TL · Tagestemperatur · Mitteltemperatur

  • Tagesmaximum (TLMAX)

    Der höchste Lufttemperatur­wert eines Tages. Wird meist am frühen Nachmittag erreicht, wenn die Sonneneinstrahlung den Boden am stärksten aufgeheizt hat.

    Beispiel

    Am 8. August 2013 wurde in Bad Deutsch-Altenburg ein TLMAX von 40,5 °C gemessen — der höchste je in Österreich amtlich registrierte Wert.

    Auch: TLMAX · Höchstwert · Tageshoch · Maximum

  • Tagesminimum (TLMIN)

    Der niedrigste Lufttemperatur­wert eines Tages. Tritt typischerweise in den Stunden vor Sonnenaufgang auf, wenn die Erdoberfläche die ganze Nacht abgestrahlt hat.

    Beispiel

    Am Sonnblick (3.106 m) wurde am 16. Februar 1929 ein TLMIN von −37,4 °C gemessen — österreichischer Tiefstrekord.

    Auch: TLMIN · Tiefstwert · Tagestief · Minimum

  • Niederschlag (RR) in mm

    Die Wassermenge, die innerhalb eines Tages auf eine Fläche fällt. 1 mm bedeutet 1 Liter pro Quadratmeter — egal ob als Regen, Schnee (geschmolzen) oder Hagel.

    Beispiel

    Wenn an deinem 50 m² großen Carport-Dach 10 mm Niederschlag fallen, sind das 500 Liter Wasser, die abfließen müssen.

    Auch: RR · Regen · mm · Liter pro Quadratmeter

  • Schneehöhe

    Die Höhe der zusammen­hängenden Schneedecke am Boden, gemessen in Zentimetern, meist morgens. Davon abzugrenzen ist der Neuschnee, der nur den frisch gefallenen Anteil eines 24-h-Zeitraums beschreibt.

    Beispiel

    Auf der Schmittenhöhe lag am 1. April 2024 eine Gesamt­schneehöhe von 215 cm — auch wenn am selben Tag nur 5 cm Neuschnee dazukamen.

    Auch: Schnee · Neuschnee · Schneedecke

  • Windgeschwindigkeit

    Die Bewegungs­geschwindigkeit der Luft, gemessen in m/s oder km/h. Standard­messung erfolgt 10 m über dem Boden. Spitzen­werte einzelner Sekunden heißen Böen, gemittelte 10-Minuten-Werte heißen mittlerer Wind.

    Beispiel

    Bei Sturmtief Sabine erreichte der Patscherkofel am 9. Februar 2020 Spitzen von über 200 km/h, der gemittelte Wind lag deutlich darunter.

    Auch: Wind · FF · Sturm · Böe

  • Relative Luftfeuchtigkeit

    Der Prozent­anteil des Wasserdampfs in der Luft im Verhältnis zu der Maximalmenge, die die Luft bei der jeweiligen Temperatur halten könnte. Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte — daher fühlt sich 60 % bei 5 °C anders an als bei 30 °C.

    Beispiel

    Bei 100 % Luftfeuchte ist die Luft gesättigt, es bilden sich Tau, Nebel oder Wolken. Heizungsluft im Winter liegt oft bei nur 25 % — die Luft ist trocken, weil kalte Außenluft erwärmt wurde.

    Auch: Feuchte · RH · Feuchtigkeit

  • Taupunkt

    Die Temperatur, auf die Luft abgekühlt werden müsste, damit ihr Wasserdampf zu kondensieren beginnt. Der Taupunkt ist immer kleiner oder gleich der Lufttemperatur. Je näher beide beieinander­liegen, desto feuchter ist es.

    Beispiel

    Bei 25 °C Lufttemperatur und Taupunkt 24 °C ist die Luft schwül-tropisch. Bei 25 °C und Taupunkt 5 °C ist sie wüstenartig trocken.

    Auch: Tau · Kondensation

  • Luftdruck

    Das Gewicht der Luftsäule über einem Punkt, gemessen in Hektopascal (hPa). Höhe und Wetter­lage beeinflussen den Wert. Hoher Druck bedeutet meist stabiles, sonniges Wetter, niedriger Druck bringt Wolken und Niederschlag.

    Beispiel

    1013,25 hPa ist der mittlere Luftdruck auf Meeresniveau. Auf 3.000 m beträgt er nur noch rund 700 hPa — daher fällt das Atmen in den Bergen schwerer.

    Auch: hPa · Druck · Hochdruck · Tiefdruck

  • Sonnenscheindauer

    Die Summe der Minuten oder Stunden eines Tages, an denen die direkte Sonnen­strahlung einen Schwellwert übersteigt (typisch 120 W/m²). Diffuses Licht durch Hochnebel zählt nicht mit.

    Beispiel

    Im Juli kann eine wolkenlose Talstation 14 Stunden Sonnenschein verzeichnen, im Dezember in einem Hochnebel­tal nur 0 Stunden.

    Auch: Sonne · SD · SH

Statistik & Berechnung

  • Mittelwert (arithmetisches Mittel)

    Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl. Der Mittelwert reagiert empfindlich auf Ausreißer — ein einziger sehr großer Wert kann das Ergebnis stark verschieben.

    Beispiel

    Werte 5, 6, 7, 8, 50 → Mittelwert = 76 / 5 = 15,2. Der Ausreißer 50 zieht den Schnitt deutlich nach oben.

    Auch: Durchschnitt · Schnitt · Mean · Average

  • Median

    Der Wert in der Mitte einer sortierten Datenreihe. Bei gerader Anzahl der Mittelwert der beiden mittleren. Im Gegensatz zum Mittelwert kaum von Ausreißern beeinflusst.

    Beispiel

    Werte 5, 6, 7, 8, 50 → sortiert: 5, 6, 7, 8, 50. Median = 7. Der Ausreißer 50 ändert den Median nicht.

    Auch: Mitte · mittlerer Wert

  • Anomalie

    Die Abweichung eines Wertes vom langjährigen Durchschnitt. Eine Anomalie von +2 °C heißt: dieser Tag war 2 °C wärmer als der Durchschnitt aller vergleichbaren Tage in der Referenz­periode.

    Beispiel

    Wenn das Mai-Tagesmittel langjährig 12 °C beträgt und ein konkreter Mai-Tag 16 °C zeigt, beträgt die Anomalie +4 °C.

    Auch: Abweichung · Differenz · Abweichung vom Mittel

  • Bereichs-Mittelwert

    Bei einem Jahres-Bereich (z. B. 1990–2020) wird der Mittelwert in zwei Stufen berechnet: Erst pro Jahr der Bucket-Mittel­wert (Tageswert oder Mittel innerhalb einer Woche/eines Monats), dann das arithmetische Mittel dieser jährlichen Bucket-Mittel über alle Jahre. So zählt jedes Jahr gleich viel — auch wenn manche lückenhafte Daten haben.

    Beispiel

    Bereich 1990–1995, KW 7: jährliche Wochen­mittel −2,1 / −3,5 / 0,8 / −7,0 / 1,2 / 2,4 °C. Bereichs-Mittelwert = (−2,1 − 3,5 + 0,8 − 7,0 + 1,2 + 2,4) / 6 = −1,37 °C.

    Auch: Range Mittel · Mittelwert Bereich · 1990-2020 Mittel

  • Bereichs-Min

    Der niedrigste der jährlichen Bucket-Mittelwerte in einem Bereich, getrennt für jeden Tag oder Bucket. Im Diagramm bildet er die untere Begrenzung der Min/Max-Hüllkurve.

    Beispiel

    Bereich 1990–1995, KW 7: niedrigster jährlicher Wochen­mittel ist −7,0 °C im Jahr 1993 → Bereichs-Min für KW 7 = −7,0 °C.

    Auch: Bereich Min · Minimum Bereich

  • Bereichs-Max

    Der höchste der jährlichen Bucket-Mittelwerte in einem Bereich, getrennt für jeden Tag oder Bucket. Im Diagramm bildet er die obere Begrenzung der Min/Max-Hüllkurve.

    Beispiel

    Bereich 1990–1995, KW 7: höchster jährlicher Wochen­mittel ist +2,4 °C im Jahr 1995 → Bereichs-Max für KW 7 = +2,4 °C.

    Auch: Bereich Max · Maximum Bereich

  • Spreizung (Spannweite)

    Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert einer Datenreihe. Beschreibt, wie weit die Werte auseinander­liegen, ohne etwas über die Verteilung dazwischen zu sagen.

    Beispiel

    Wenn der wärmste 15. Mai +22 °C zeigte und der kälteste +3 °C, beträgt die Spreizung 19 °C.

    Auch: Spannweite · Differenz · Range

  • Standardabweichung

    Ein Maß dafür, wie weit einzelne Werte typisch­erweise vom Mittelwert abweichen. Kleine Standard­abweichung = Werte sind eng beim Mittel; große = stark schwankend.

    Beispiel

    Zwei Mai-Mittelwerte können beide bei 15 °C liegen, aber Station A schwankt jährlich ±1 °C (Standard­abweichung 1) und Station B ±5 °C (Standard­abweichung 5). B hat unbe­ständigeres Mai-Wetter.

    Auch: Streuung · Sigma · σ · Variabilität

  • Perzentil

    Ein Wert, unter dem ein bestimmter Prozentsatz der Daten liegt. Das 90. Perzentil markiert den Schwellwert, unter dem 90 % aller Werte liegen — die obersten 10 % sind darüber.

    Beispiel

    Wenn das 95. Perzentil aller Mai-TLMAX-Werte 28 °C ist, gehören Tage über 28 °C zu den heißesten 5 % aller Mai-Tage.

    Auch: Quantil · P95 · P10

Aggregation

  • Wochenmittel

    Arithmetisches Mittel der Tageswerte einer Kalender­woche (Montag bis Sonntag, ISO 8601). Glättet kurz­zeitige Wetter­schwankungen und zeigt eher den Wochen-Charakter.

    Beispiel

    KW 7 in einem Jahr: Mo −5 °C, Di −3, Mi −1, Do 0, Fr +2, Sa +1, So −1 → Wochenmittel = (−5−3−1+0+2+1−1) / 7 = −1,0 °C.

    Auch: Woche · KW · Kalenderwoche

  • Monatsmittel

    Arithmetisches Mittel aller Tageswerte eines Kalender­monats. Klassisches Klimatologie-Maß: Monats­mittel werden in Klima-Atlanten als Bezugs­größe verwendet.

    Beispiel

    Mai-Monatsmittel = Summe aller 31 Tagesmittel im Mai geteilt durch 31. Lückenhafte Tage werden übersprungen, nicht als 0 gezählt.

    Auch: Monat

  • ISO-Kalenderwoche

    Internationaler Standard ISO 8601: Wochen beginnen am Montag, KW 1 ist die Woche, in der der erste Donnerstag des Jahres liegt. Daher kann ein Jahr 52 oder 53 Wochen haben.

    Beispiel

    Der 1. Januar 2024 ist ein Montag → KW 1/2024 beginnt am 1.1.2024. Der 1. Januar 2026 ist ein Donnerstag → KW 1/2026 beginnt schon am 29.12.2025.

    Auch: KW · Woche

  • Day of Year (DOY)

    Fortlaufende Nummer eines Tages im Jahr. 1. Januar = 1, 31. Dezember = 365 (in Schalt­jahren 366). Praktisch beim Vergleich gleicher Daten über mehrere Jahre, weil man Schalt­jahre konsistent behandeln kann.

    Beispiel

    Der 1. März hat in einem Nicht-Schalt­jahr DOY 60, in einem Schalt­jahr DOY 61 — zum Datums­vergleich über Jahre hinweg muss das berücksichtigt werden.

    Auch: Tag des Jahres · Julianischer Tag

Klima & Wetter

  • Wetter vs. Klima

    Wetter ist der momentane Zustand der Atmosphäre an einem Ort — das, was du heute draußen erlebst. Klima ist der statistische Durchschnitt des Wetters über viele Jahre, typischerweise 30 Jahre.

    Beispiel

    Ein heißer Tag im Mai ist Wetter. Wenn die Mai-Tagesmittel über mehrere Jahrzehnte hinweg systematisch ansteigen, ist das Klima­wandel.

    Auch: Klima · Wetter

  • Klima­normal­periode

    Ein 30-Jahre-Zeitraum (z. B. 1991–2020), an dem aktuelle Werte gemessen werden. Die Welt­organisation für Meteorologie (WMO) wechselt diese Periode alle zehn Jahre.

    Beispiel

    Wenn ein Wetterdienst sagt „der Mai 2026 war 1,5 °C zu warm", meint er: das Mai-Mittel 2026 lag 1,5 °C über dem durchschnittlichen Mai der Periode 1991–2020.

    Auch: Referenz­periode · 1991-2020 · 1961-1990 · WMO-Periode

  • Tagesgang

    Der natürliche Verlauf der Temperatur über einen Tag: nachts kühl, morgens kalt (TLMIN), tagsüber steigend, am frühen Nachmittag heiß (TLMAX), abends wieder fallend. Die Differenz TLMAX − TLMIN nennt man Tagesschwankung.

    Beispiel

    Eine wolkenlose Wüstennacht hat eine extreme Tagesschwankung (35 °C Tag, 5 °C Nacht). An einem bewölkten Atlantik-Tag liegt sie oft unter 5 °C.

    Auch: Tagesschwankung · Amplitude

  • Inversion

    Eine Wetterlage, bei der die Temperatur in der Höhe nicht — wie üblich — abnimmt, sondern zunimmt. Im Tal liegt kalte Luft eingeschlossen, oft unter einer Hochnebel­decke; weiter oben am Berg ist es wärmer und sonnig.

    Beispiel

    Im Winter kann es in Innsbruck (580 m) bei −5 °C und Hochnebel sein, während die Hungerburg (860 m) +6 °C und Sonne hat — das ist ein klassisches Inversions­wetter.

    Auch: Temperaturumkehr · Hochnebel

  • Klimawandel

    Eine systematische Veränderung des durchschnittlichen Klima­zustandes über mehrere Jahrzehnte. Wird sichtbar, wenn aufeinander­folgende Klima­normal­perioden voneinander abweichen — z. B. wenn das Tagesmittel der Periode 1991–2020 höher liegt als das von 1961–1990. Der Begriff beschreibt die Beobachtung; die Frage nach den Ursachen (natürliche Variabilität, Sonneneinstrahlung, Treibhausgase, Landnutzung) ist davon getrennt.

    Beispiel

    An der Station Innsbruck Universität liegt das Tagesmittel der Periode 1991–2020 um etwa 1,45 °C höher als 1961–1990. Diese Differenz ist eine messbare Klimawandel-Aussage für genau diese Station — unabhängig davon, welche Ursachen man dafür diskutiert.

    Auch: Klimaveränderung · Erwärmung · Klimaerwärmung · globale Erwärmung

  • Klimakatastrophe

    Sammelbegriff für Klima­änderungen oder Wetter­extreme, deren Folgen als gravierend für Mensch, Wirtschaft oder Ökosysteme bewertet werden. Im Gegensatz zu „Klimawandel" enthält der Begriff bereits eine Bewertung der Tragweite und ist daher kein neutraler Mess­begriff. In Mess­daten selbst kommt er nicht vor — er ergibt sich erst durch die Auslegung der Daten im Kontext.

    Beispiel

    Daten zeigen, dass an einer Station die Hitzetage pro Jahr von 10 auf 30 zugenommen haben. Das ist eine deskriptive Beobachtung. Ob man diese Zunahme als „Klimakatastrophe" einordnet, hängt vom gesellschaftlichen Bewertungs­maßstab ab — die Zahl 30 wird dadurch nicht anders.

    Auch: Klimakrise · Klima-Notstand

  • Mikroklima

    Klima­bedingungen auf sehr kleinem Raum, das durch Boden­beschaffenheit, Vegetation, Bebauung oder Hangneigung vom Großraum abweicht. Eine Innenstadt ist im Sommer typischer­weise mehrere Grad wärmer als ländliches Umland.

    Beispiel

    Ein Südhang-Weingarten kann im Frühjahr drei Wochen früher austreiben als ein 200 m entfernter, schattiger Wald-Standort gleicher Höhe.

    Auch: Lokalklima · Stadtklima

Schwellenwert-Tage

  • Frosttag

    Ein Tag, an dem das Tagesminimum unter 0 °C fällt. Frosttage sind im Obstbau und der Vegetation kritisch, weil viele Pflanzen unter Null Schaden nehmen können.

    Beispiel

    Ein Tag mit TLMIN −1 °C und TLMAX +12 °C ist ein Frosttag, weil mindestens kurz­zeitig nachts die 0-Grad-Marke unterschritten wurde.

    Auch: Frost · TLMIN < 0

  • Eistag

    Ein Tag, an dem auch das Tagesmaximum unter 0 °C bleibt — die Temperatur klettert den ganzen Tag nicht über den Gefrierpunkt.

    Beispiel

    Ein Tag mit TLMIN −8 °C und TLMAX −2 °C ist ein Eistag. In Innsbruck-Tal selten, in Hochlagen wie am Sonnblick im Hochwinter Standard.

    Auch: Dauerfrost · TLMAX < 0

  • Sommertag

    Ein Tag mit Tagesmaximum ≥ 25 °C. Standardisierte Definition vieler Wetter­dienste, um die Häufigkeit warmer Tage objektiv vergleichbar zu machen.

    Beispiel

    Ein Mai-Tag mit TLMAX 26 °C ist ein Sommertag, auch wenn das Tagesmittel wegen kühler Nacht nur bei 17 °C liegt.

    Auch: TLMAX ≥ 25

  • Hitzetag

    Ein Tag mit Tagesmaximum ≥ 30 °C. Statistik-Größe für Hitzeperioden und Klimawandel-Studien.

    Beispiel

    Wien Hohe Warte hatte 2022 ganze 41 Hitzetage — vor 50 Jahren waren es im Schnitt rund 10 pro Jahr.

    Auch: heißer Tag · TLMAX ≥ 30

  • Tropennacht

    Eine Nacht, in der das Tagesminimum nicht unter 20 °C fällt. Tropen­nächte sind besonders belastend, weil der Körper nicht abkühlen kann; in Städten häufiger als auf dem Land (Wärmeinsel-Effekt).

    Beispiel

    An einem Wiener Innenstadt-Sommertag mit TLMIN 22 °C ist es nachts so warm wie tagsüber im Frühling — das ist eine Tropennacht.

    Auch: TLMIN ≥ 20 · warme Nacht

App-Begriffe

  • Spaghetti-Plot

    Ein Diagramm, in dem viele einzelne Jahre als dünne Linien übereinander­gelegt werden — wie Spaghetti auf einem Teller. So lässt sich ein einzelnes Jahr im Kontext aller anderen einordnen.

    Beispiel

    Wenn du 60 Jahre Mai-Tagesmittel als 60 dünne Linien zeichnest und das aktuelle Jahr fett darüber legst, siehst du sofort, ob heuer am oberen oder unteren Rand verläuft.

    Auch: Spaghetti-Diagramm

  • Min/Max-Hüllkurve (Band)

    Bei einem Bereich (z. B. 1990–2020) wird die Fläche zwischen Bereichs-Min und Bereichs-Max je Bucket farblich gefüllt. Der Mittelwert verläuft als Linie innerhalb dieser Fläche und zeigt die zentrale Tendenz.

    Beispiel

    Wenn die Hüllkurve am 1. Mai von 5 °C bis 19 °C reicht und der Mittelwert bei 12 °C liegt, war der 1. Mai in den letzten 30 Jahren typischer­weise um 12 °C, aber alles zwischen 5 und 19 °C kam vor.

    Auch: Hüllkurve · Band · Envelope

  • Wetterstation

    Ein fester Standort mit standardisierten Mess­geräten (Thermometer in 2 m Höhe, Niederschlags­messer am Boden). Standort, Höhe und Umgebung beeinflussen die Messwerte — daher sind Vergleiche immer an genau einer Station am aussagekräftigsten.

    Beispiel

    Eine Stadt-Station mit Asphalt rundherum misst typischer­weise höhere TLMIN als eine Wiesen-Station 2 km daneben — gleicher Tag, gleiche Wetterlage, andere Mikro-Umgebung.

    Auch: Messstation · Standort

  • Auflösung (Tag · Woche · Monat)

    Bestimmt, wie die Tageswerte zu Buckets zusammen­gefasst werden, bevor das Diagramm gezeichnet wird. Tag = einzelne Tageswerte, Woche = Wochen­mittel, Monat = Monats­mittel. Höhere Auflösung zeigt mehr Details, glättet aber weniger.

    Beispiel

    Bei Auflösung „Monat" werden für KW 7 alle Tage des Monats Februar gemittelt. Der Plot zeigt dann nur 12 Punkte pro Jahr, dafür sind kurz­zeitige Wetter­ausreißer geglättet.

    Auch: Aggregation · Zoom-Level